Hilfsnavigation

Seite übersetzen

Volltextsuche
Zum Schleswig-Holstein Musik Festival strömen die Zuhörer in die Christuskirche
Seiteninhalt

Die Geschichte Niebülls

Die Stadt Niebüll liegt in Südtondern, dem nördlichen Teil des Kreises Nordfriesland. Urkundlich wird der Kirchort Nubul erstmalig im Jahre 1436 erwähnt.

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Marktflecken Niebüll ein dörfliches Gesicht. Er galt jedoch auch zu diesem Zeitpunkt schon als ein besonderer Sammelpunkt der Region Bökingharde.

Mit dem Bau der Marschenbahn im Jahre 1887 veränderte sich das Ortsbild Niebülls. Es wurden erstmals Häuser mit städtischem Charakter gebaut. Handel, Handwerk und Gewerbe wurden zu den wirtschaftlichen Säulen der Landgemeinde.

Durch die Folgen des 1. Weltkrieges und der damit verbundenen neuen Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark wurde der Sitz der Kreisverwaltung für das südliche Kreisgebiet von Tondern (in Dänemark) nach Niebüll verlegt. Bedingt durch den Bau öffentlicher Einrichtungen entwickelte sich die Landgemeinde zu einem Ort mit städtischem Gepräge. Die Zahl der innerörtlichen bäuerlichen Betriebe verringerte sich, statt dessen kamen neue Handels- und Handwerksbetriebe dazu.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Niebüll nach Westerland im Jahre 1927 entwickelte sich Niebüll zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt dieser Region. Niebüll gilt auch heute noch als Tor zu den nordfriesischen Inseln und Halligen.

Zum 1.1.1950 schlossen sich die Gemeinden Deezbüll und Niebüll zur Gemeinde Niebüll zusammen. Mit der Umsetzung des Programmes Nord im Jahre 1951 und der damit verbundenen Umsiedlung der bäuerlichen Betriebe an den Außenrand sowie dem Ausbau des innerörtlichen Straßennetzes ist die Umwandlung zu einem Ort mit einem städtischen Gepräge vollzogen worden.

Zum 1.1.1960 sind der Gemeinde Niebüll die Stadtrechte verliehen worden. Mit der Kreisreform im Jahre 1970 hat die Stadt Niebüll ihren Status als Kreisstadt verloren. Niebüll ist aber dennoch kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Mittelpunkt für einen Einzugsbereich von ca. 80.000 Einwohnern geblieben.

Heute leben in der 3.059.63.94 ha großen Stadt knapp 10.000 Menschen, davon rd. 9.700 mit Hauptwohnsitz. Eine gesunde Mischung von Handel, Handwerk, Dienstleistungen, Landwirtschaft und gute Ansätze zur industriellen Entwicklung geben der Stadt ihr eigenes Gepräge.

Die Stadtvertretung in Niebüll hat 19 Sitze. Nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 entfallen davon 9 auf die CDU, 6 auf die SPD und 4 auf den SSW. Bürgervorsteher ist seit 2009 Herr Uwe Christiansen. Bürgermeister ist seit dem 01.06.1998 Herr Wilfried Bockholt.

 

Wappen, Flagge und Siegel der Stadt Niebüll

 
Das Wappen der Stadt Niebüll zeigt in einem von Blau und Gold gevierten Schild, der mit einem durchgehenden, von Gold und Rot ebenfalls gevierten Ankerkreuz belegt ist, in Feld 1 ein goldenes, einmastiges Schiff mit Segel, in Feld 2 und 3 je zwei blaue Balken, in Feld 4 ein goldenes Pflugeisen.

Die Stadtflagge zeigt im Liek das Stadtwappen ohne Schild; der fliegende Teil ist geteilt von Blau und Gold, in dem sich zwei blaue Balken befinden.

Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Stadt mit der Umschrift "Stadt Niebüll". Die Verwendung des Stadtwappens durch Dritte bedarf der Genehmigung der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters. (Auszug aus der Hauptsatzung der Stadt Niebüll vom 13. März 2003)

Bedeutung: Das Stadtwappen der Stadt Niebüll hat der Heraldiker W.H. Lippert, Brunsbüttelkoog entworfen. Das Stadtwappen ist durch einen Haus- oder Maueranker gevierteilt. Dieses Ankerkreuz symbolisiert den christlichen, bürgerlichen und bäuerlichen Haus- und Hofbesitz. Der Hausanker gilt aber nicht nur als Repräsentant des Bürgertums der Stadt, sondern weist auch darüber hinaus auf das Areal des nordfriesischen Siedlungsraumes hin. Mit der Unterteilung in kleine längliche Felder ist eine symbolische Andeutung der Kufeneinteilung des Gemeindelandes gegeben. Die beiden übrigen Felder bieten Raum für Aufnahme historischer Bildzeichen. Für die Stadt Niebüll ergeben sie sich aus dem Bildsiegel der Bökingharde, die einst die Gemeinden Niebüll, Deezbüll, Lindholm, Risum, Fahretoft und Dagebüll umfasste. Es sind das Schiff und der Pflug, die auf die Haupteinnahmequellen der früheren Einwohner der Stadt Niebüll hinweisen. Das Wappen wurde mit Erlaß vom 10. August 1961 vom Innenminister des Landes Schleswig-Holstein genehmigt.

 

Die Endung -büll bei den Ortsnamen

Die Endung vieler Ortsnamen auf -büll stammt aus der Friesischen Sprache und bedeutet eigentlich nichts anderes als Wohnen oder Siedlung. Es gibt ca. 150 Orte, die auf -büll enden. Die meisten diese Orte liegen in Nordfriesland und Niebüll ist von der Einwohnerzahl her das größte Büll. Niebüll heißt neue Siedlung, Uhlebüll = alte Siedlung, Deezbüll = Siedlung des Dedo usw.
Ähnliche Endungen gibt es auch im Isländischen "byli" und im Dänischen "bo".
Andere Endungen von Ortsnamen in der Region sind holm = Erhebung aus einer Niederung, Geesthöhe; stedt = Siedlungsstätte; toft = Siedlungsplstz, auch Hausplatz; um = -heim, siedlungsfähiges Land.